Richtlinien für die Weitergabe und Aufbewahrung des auf Expeditionen vom FS METEOR gesammelten zoologischen Materials
| 17.05.2011 |

Die Wissenschaftler an Bord des FS METEOR sammeln das zoologische Material mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und anderer öffentlicher Geldgeber. Angesichts der hohen Kosten, welche die Materialsammlung auf Forschungsschiffen verursacht und des Wertes der Fundstücke für die Wissenschaft muss gewährleistet sein, dass das Material allgemein zugänglich bleibt. Dies ist auf Dauer nur in Forschungsmuseen möglich. Daher wird es vom Sammler (der gleichzeitig auch Bearbeiter der Objekte sein kann) nur treuhänderisch verwahrt. Das Deutsche Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB), wurde gemäß der Empfehlung des Wissenschaftsrates als Abteilung des Forschungsinstituts Senckenberg zur Stärkung der taxonomischen und systematischen Erforschung mariner Organismen in Deutschland gegründet. Es ist eine Aufgabe des DZMB, die Dokumentation, Archivierung und den Verbleib der auf Expeditionen deutscher Forschungsschiffe genommenen Proben zu regeln.

Die folgenden Richtlinien sollen sowohl den Belangen der Bearbeiter als auch der musealen Erhaltung des Materials dienen.  

I.  Das Materialarchiv

Das DZMB übernimmt als Service-Einrichtung der deutschen Meeresforschung die Leitung des Materialarchivs und bildet den Knoten zwischen dem Sammler, taxonomischen Bearbeitern und dem Endaufbewahrer. Dafür führt das DZMB eine entsprechende Datenbank. Koordinatoren, Fahrtleiter und andere betroffene Wissenschaftler von Expeditionen, während denen zoologisches Material gesammelt wird, sind verpflichtet, mit dem Materialarchiv zusammenzuarbeiten.

1. Nach jeder Expedition, während der zoologisches Material gesammelt wurde, erhält das Archiv eine Nachricht über die Art der genommenen Proben und die verantwortlichen Wissenschaftler. Die jeweiligen Fahrtleiter sind für diesen Informationsfluss durch Übermittlung des Fahrtprogramms  und des Fahrtberichtes verantwortlich.

2. Das Archiv holt auf einem Fragebogen spezifische Informationen über das Material ein (z. B. Umfang, Konservierung, Erstbearbeiter, Art der Erstbearbeitung,  spezielle Wünsche des Erstbearbeiters). Es archiviert diese Information und stellt sie Interessenten zur Verfügung.

3. Das Materialarchiv gibt zu diesem Zwecke ein Informationsblatt heraus und leitet die Wünsche von Zweitbearbeitern an Sammler und Erstbearbeiter weiter. Es nimmt Materialwunsche bezüglich künftiger Expeditionen entgegen und leitet sie weiter.

4. Deutschen Expeditionen kann das Materialarchiv bei Bedarf einen Bordsbiologen für die Erstbearbeitung und Dokumentation des Materials an Bord zur Verfügung stellen.

5. Das Materialarchiv versucht, in Absprache mit den Endaufbewahrern, zu erreichen, dass das Material - soweit möglich - innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes bearbeitet wird. Es wird über Folgebearbeitungen  auf dem laufenden  gehalten, deren Ergebnisse dem Sammler, Erstbearbeiter und der Deutschen Forschungsgemeinschaft bekannt gemacht werden. Die Endaufbewahrer sind verpflichtet, in diesem Sinne mit dem Materialarchiv zusammenzuarbeiten.

6. Der Sammler ist verpflichtet, Restproben vom wissenschaftlichen Interesse dem Materialarchiv zu schicken. Dafür stellt das DZMB Lagerräume zur Verfügung.

7. Die Anschrift des Materialarchivs lautet:

Senckenberg am MeerDeutsches Zentrum für Marine BiodiversitätsforschungSüdstrand 44D-26382 WilhelmshaveneMail: pmartinez@senckenberg.de

8. Die Homepage des Materialarchivs lautet: www.material-archiv.de

 

II. Endaufbewahrer

1. Als Endaufbewahrer kommen nur deutsche Forschungsmuseen in Frage, in denen die Infrastruktur zur Aufbewahrung und Pflege des Materials langfristig gesichert ist.

2. Für die unterschiedlichen Tiergruppen sollen solche Museen bevorzugt werden, die einen Bearbeiter stellen. Diese werden von den Museen verpflichtet, mit dem Materialarchiv zusammenzuarbeiten und es über Ergebnisse zu informieren. Eine aktualisierte Liste der zuständigen Endaufbewahrer befindet sich auf der Homepage des Materialarchivs.

3. Bei Vorliegen wichtiger Gründe kann das Materialarchiv nach Anhörung des betreffenden Endaufbewahrers den Aufbewahrungsort neu festlegen. Dies soll nicht routinemäßig aufgrund kurzlebiger Änderungen erfolgen. Ein wichtiger Grund wäre z. B. die Einrichtung einer Planstelle für einen Wissenschaftler, der eine bis dahin nicht an einem der Museen bearbeitete Tiergruppe übernimmt.